Gioteck VX-2 Wired

Gioteck VX-2 Wired

Zunächst einmal ein wenig Vorgeplänkel. Einfach nur, weil muss ja und so. Ursprünglich wollte ich keine Review schreiben, aber ich habe mich durch kepu94 und dieletztevoneuch ein wenig inspriert gefühlt. Entschuldigung.

Viele Spiele, sofern sie nicht bereits für die Konsole konzipiert worden sind, bieten Controller-Unterstützung und somit eine alternative Steuerungsmethode an. Vor allem bei Jump-’n‘-Rum- oder Rennspielen ist das oft deutlich komfortabler als die klassische Variante mit Tastatur, wenngleich bei Letzterem ein Lenkrad mit Pedalen noch mehr Atmosphäre bietet. Sportspiele sind bereits auf Gamepads ausgelegt und bieten eine Steuerung mit Tastatur nur sekundär an.

Sehen wir uns nun den Controller „VX-2“ aus dem Hause „Gioteck“ an. Das vorliegende Gerät wurde im Saturn-Elektronikmarkt für 12,99 € erworben.

Verpackung des Gamepads

Die Verpackung des Gioteck VX-2 Wired wirkt sehr modern und möchte nicht zuletzt durch ihre haptisch und optisch gut differenzierbare Oberflächenstruktur eine gewisse Wertigkeit vermitteln. Darüber hinaus scheint man sich für eine international einheitliches Verpackungsdesign entschieden zu haben, da der Karton nahezu komplett in englischer Sprache beschriftet ist. Lediglich an den Seiten findet sich eine Kurzbeschreibung der Eigenschaften in verschiedenen Sprachen, darunter Französisch, Spanisch und auch Deutsch.
Ob die Verpackung bereits ab Werk beschädigt war oder beim Transport beschädigt wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. Zweiterer Fall ist allerdings deutlich wahrscheinlicher. Da diese allerdings geringfügig ist, ist der Inhalt nicht betroffen.

Innnenkarton des Gamepads

Im Inneren wird man dann von einem schlichten, blauen Karton begrüßt, der den Controller selbst, sowie eine Kurzanleitung enthält. Diese fällt sehr knapp aus und stellt neben den Entsorgungshinweisen grob die Tastenbelegung sowie die korrekte Verbindung zwischen Gamepad und Konsole dar.
Interessanterweise wird auf der Verpackung und auch in der Anleitung stets die Verbindung zur PlayStation 3 erwähnt. Dennoch wird das Gerät auch als kompatibel zum PC verkauft.

Gioteck Gamepad

Trotz des geringen Preises strömt dem Nutzer kein übler Plastikgeruch entgegen. Auch insgesamt scheint das Gerät solide verarbeitet. Nichts klappert oder wackelt. Alles sitzt fest an seinem Platz. Dennoch fällt auf, dass das Erscheinungsbild nicht ganz der Abbildung auf der Verpackung entspricht. So sind die Tasten nicht hellgrau sondern weiß beschriftet. Des Weiteren diese nicht, wie auf dem Karton zu sehen, flach, sondern nach oben gewölbt.

Nach dem Anschließen ist das Gerät dank des Standardtreibers von Microsoft sofort betriebsbereit. Ein Datenträger mit einem Treiber und ein Download-Link zu einem Treiber werden nicht angeboten. Jedoch findet man nach kurzer Recherche einen Guide zur Inbetriebnahme des Gioteck VX-2 Wired. Dort wird auf Drittanbieter-Software verwiesen, welche den Controller erkennt und Standard-Spezifikationen laden kann, welche im Programm selbst verändert werden können.

Emulator zur Einstellung des Gamepads

Merkwürdigerweise wird statt die Konfiguration eines XBOX360- anstelle eines PlayStation-Gamepads gezeigt. Die Einrichtung erweist sich, trotz rein englischer Software, einfach. Nach dem ersten Start wird man aufgefordert, eine DLL zu laden. Darauf hin wird das Gerät erkannt und die vorgeschlagene Konfiguration heruntergeladen, welche sich bequem nach eigenen Wünschen einstellen lassen kann. So kann man hier auch eine rein digitale Steuerung, also ohne Nutzung der Analog-Sticks, aktivieren. Üblicherweise ist das direkt per Taste am Gerät möglich. Darüber hinaus lassen sich die Stärke und Art des Force-Feedback einstellen. Neben der Ausführung kleinerer Funktionstests lassen sich auch erweiterte Geräteinformationen abrufen.
Beim Titel „Controller Emulator“ lässt sich vermuten, dass die Software den Controller emuliert und dieser eigentlich nicht für die Nutzung unter Windows angedacht gewesen ist. Passend dazu wäre die Verpackung, die auf einen reinen PlayStation-3-Controller schließen lässt.
Trotzdem lassen sich die Turbo-Taste, die laut einem Vorstellungsvideo des Herstellers eine Taste virtuell gedrückt halten kann und die Home-Taste auch mit der Software nicht zuweisen und sind somit ohne Funktion.
Ein weiteres Manko dieser Software ist: Die Anwendung sowie die Konfigurationsdateien, die diese erstellt, müssen für jedes Spiel einzeln existieren und im selben Ordner liegen wie die ausführbare Datei des Spiels selbst.

Nach der etwas aufwendigen Inbetriebnahme kann es dann aber auch endlich losgehen. Getestet wurde das Gioteck VX-2 Wired mit FIFA 16 Demo, Colin McRae: DiRT 2, sowie dem Euro Truck Simulator 2.
Auffällig ist das geringe Gewicht des Gamepads, das das Gerät gemeinsam mit den strukturierten Flächen an den Griffen gut in der Hand liegen lässt. Es verrutscht nur selten und man schwitzt gefühlt weniger als bei glatten Oberflächen. Die Analogsticks haben einen recht geringen Widerstand, der etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber das Spielgefühl nicht weiter beeinflusst. Dem entgegen steht der recht hohe Widerstand der L2- und R2- Taste, die allerdings bereits bei etwa der Hälfte des maximalen Einschubs in das Gehäuse auslösen.
Nicht zu überhören sind die recht lauten Tasten auf der Vorderseite des Geräts, die trotz getragener Kopfhörer im Test deutlich zu hören waren. Gerade bei Spielen, die diese Tasten hoch frequentiert einzusetzen wissen, könnte man sich schnell davon genervt fühlen.
Gerade in FIFA ist Präzision und schnelle Reaktion wichtig, so dass sich der Controller dort unter Beweis stellen muss. Diese Aufgaben sind für den Controller kein Problem. Ohne spürbare Verzögerung, die sich durch den Emulator vermuten lässt, bewegen sich alle Spieler in die korrekte Position.

Steuerungseinstellungen in Colin McRae Dirt 3

Bei DiRT 2 konnte man im Optionsmenü gut sehen, dass das Gioteck VX-2 Wired durch die Emulationssoftware als XBOX-360-Controller erkannt wird. Ohne diese wirkt die Steuerung schwammig. Bereits bei halb gedrücktem Analog-Stick hatte man Vollgas erreicht und die Lenkung war sehr unpräzise. Gerade langsame Kurven waren somit eine Tortur und ließen oft Raum für Wut und Verzweiflung. Mit Emulation ließ sich das Fahrzeug allerdings sehr genau durch die Kurven lenken und Vollgas gab es auch erst bei voll gedrücktem Analog-Stick.
Ähnliche Erscheinungen ließen sich bei Euro Truck Simulator 2 feststellen. Ohne Emulator waren die Kurvenfahrten hakelig und etwas träge, erst durch den Emulator ließ sich das volle Potential der Hardware voll ausschöpfen.

Für einen günstigen Preis von 11,99 € bekommt man ein Gerät, das qualitativ mit höherpreisigen Controllern mithalten kann. Die Steuerung ist schnell und präsize. Allerdings nur, solange man den Guide und die dort empfohlene Emulationssoftware findet. Leider wird in der Anleitung oder auf der Verpackung nicht darauf hingewiesen, so dass man von dem Produkt recht schnell enttäuscht sein könnte. Zu dem werden die, wenn auch sicher wenigen, Nutzer ohne Internetzugang vom vollen Umfang des Gerätes ausgeschlossen. Trotz des guten Funktions- und Einstellungsumfang der Software ist es leicht nervig, die Dateien in jedes Spieleverzeichnis zu kopieren. Wem dieser Mehraufwand allerdings nichts ausmacht, bekommt zu geringem Preis ein rundum solides Produkt geboten.

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