Eindruck Eins – StartUp

Eindruck Eins – StartUp

Neulich habe ich begonnen, die Serie StartUp zu schauen. Ich habe nach den ersten Folgen, versucht ein Fazit zu ziehen und zu schauen, ob es sich lohnt, die gesamte Staffel zu konsumieren, zumal die Besetzung auch einige durchaus bekannte Namen enthält.


Die Tech-Thriller-Serie StartUp wird von Sony Pictures Television produziert und wird seit dem 6. September 2016 über die Tochtergesellschaft Crackle in den USA vertrieben. In Deutschland liegen die Rechte exklusiv bei Amazon, über deren Instant-Video-Angebot die Serie angesehen werden kann. Diese umfasst aktuell eine Staffel, welche aus zehn Folgen à 45 Minuten besteht. Davon ausgenommen ist die Pilotfolge, deren Länge 54 Minuten beträgt. Eine weitere Staffel wurde angekündigt und soll am 28. September 2017 veröffentlicht werden.
Amazon bietet StartUp sowohl in deutscher, als auch in der originalen englischen Vertonung mit jeweiligen Untertiteln an. Für diesen Beitrag habe ich die ersten drei Folgen in englischer Sprache angesehen.

FBI-Agent Phil Rask

Izzy Morales (Otmara Marrero) hat einen Traum: Sie möchte eine stabile und weltweit zugängliche, digitale Währung schaffen: GenCoin. Unabhängig von staatlichen Grenzen und Gesetzen sollen Geldtransfers von jedem Smartphone aus möglich sein. Da ihr Startup-Unternehmen bislang keine Gewinne abwirft, teilt sie sich eine Wohnung mit Shad (Adam Huber). Nach einem Streit zieht sie zurück zu ihren Eltern. Insbesondere ihre Mutter (Jenny Gago) ist davon wenig begeistert.
Andy Talman (Carl Weintraub) hat hingegen gut verdient. Seine jüngsten Geschäfte haben ihm knapp 2,2 Millionen Dollar eingebracht. Diese stehen nicht zum ersten Mal im Konflikt mit dem Gesetz, aber FBI-Agent Phil Rask (Martin Freeman) bietet ihm an, von seiner Festnahme abzusehen. Gegen die Hälfte des Gewinns. Infolgedessen entschließt er sich, dass Geld seinem Sohn Nick (Adam Brody) zu geben um es sicher zu verwahren. Obwohl er als seriöser Banker nichts mit den Machenschaften seines Vaters zu tun haben möchte, sagt er widerwillig zu.
Auf der Suche nach einem Geldgeber präsentiert sie ihr Projekt verschiedenen Banken, darunter auf der Valencia-Bank, für die Nick Talman arbeitet. Obwohl sich die Bank gegen eine Investition entscheidet, glaubt Nick an das Potential der Idee und investiert das Geld, das er von seinem Vater bekommen hat. Das soll sich jedoch schnell als Fehler herausstellen. Ronald Dacey (Edi Gathegi), ein Partner von Andrew Talman, möchte sein Geld wieder haben. In bar. Während sich nun Nick und Izzy versuchen, 300.000 Dollar unauffällig aufzutreiben, kommt es in Ronalds Viertel Little Haiti zu einer Schießerei, die sein Sohn Touie (Kelvin Harrison Jr.) nur mit Glück unverletzt übersteht. Daraufhin beschließt er, das Geld stattdessen in das kleine Unternehmen zu investieren. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen beschließt Nick allerdings, das übrige Geld wieder zurückzunehmen und stattdessen seine Kontakte für die Suche nach weiteren Geldgebern zu nutzen. Auch Ronald versucht, weitere Partner zu überzeugen. Allerdings mit mäßigem Erfolg.

Andrew Talman mit seinem Sohn

Die Serie beginnt mit einer holprigen Folge, die den treffenden, aber wenig aussagekräftigen und noch viel weniger einfallsreichen Titel „Seed Money“ also „Startkapital“ trägt. Die drei Hauptcharaktere werden zunächst einzeln vorgestellt. Sie kennen sich noch nicht. Umso detaillierter beleuchtet die erste Folge das Privatleben ebendieser und stellt es auch mit vier expliziten Szenen dar. Für die Handlung bieten sie zwar keinen Mehrwert, definieren aber das Verhalten und die Präferenzen einer Figur. Sicherlich hätte das auch auf eine andere Art geschehen können, aber diese Möglichkeit ist durchaus valide. Dass Nick das ihm anvertraute Geld in Izzys GenCoin-Projekt investieren würde, war bereits während der Präsentation in der Valencia-Bank abzusehen. Weniger ins Bild passen mag die anfängliche Rolle von Ronald, der eine kühle, autoritäre Figur in seiner Nachbarschaft ist. Es wirkt zunächst wie eine zusammenhanglos hinzugefügte Szene, dessen Existenz scheinbar mehr der Unterstreichung seiner Autorität und seines Charakters dient als der Beziehung zu Izzy und Nick. Erst durch seinen Besuch in der Bank wird diese ersichtlich und der entstehende Konflikt wird schnell deutlich. Infolgedessen wachsen die beiden Geschäftspartner auf einer persönlicheren Ebene zusammen, während sie damit beschäftigt sind, das Bargeld aufzutreiben. In dieser Szene ist Ronald noch der gewaltbereite Gangster aus Little Haiti, der seine Feinde in einem verlassenen Haus foltert, doch spätestens nach dem Drive-by-Shooting ist er mehr der Vater, der versucht, seiner Familie eine sichere und gewaltfreie Zukunft aufzubauen, in der man nicht regelmäßig dem Tod ins Auge blicken muss. Im Gegensatz zu seinen Freunden hat er bemerkt, dass die Wut gegen die soziale Ungerechtigkeit, der Hass gegen die Kubaner, die im Gegensatz zu den Haitianern, legal einwandern durften und die immerwährende Vergeltung gegen die anderen Gangs keine sichere Zukunft bedeuten. Mit dieser Erkenntnis entwickelt er sich zu einem Verbündeten von Izzy und Nick.
Nicht außer Acht zu lassen ist der offensichtlich nicht nur Recht schaffenden Phil Rask, der flapsig und stereotyp behauptet, dass die Dinge in Miami eben etwas anders laufen. Viel mehr scheint er seinen Beruf nicht immer ganz ernst zu nehmen und sich über seine Kompetenzen hinaus an seiner staatlichen Autorität zu bereichern. Gleichwohl verfügt er über eine gute Menschenkenntnis und ein hervorragendes Geschick, Gespräche und Verhandlungen für seine eigenen Ziele zu nutzen, ohne dabei offensichtlich manipulativ zu wirken. Deutlich wird dies besonders bei seiner Befragung mit Nick in der Valencia-Bank. Umgekehrt kann er diese Eigenschaft auch sehr gut steuern wie das Gespräch mit Andrew Talman zu Beginn der ersten Folge deutlich macht. Seine unnachgiebige Zielstrebigkeit sorgt dafür, dass er seine Gegenspieler konstant unter Druck setzen und er auf Fehler ihrerseits hoffen kann.

Ronald, Nick und Izzy am Strand von Miami

Letztlich ist es schon in gewisser Weise ironisch, dass Nick Talman, der sich stets von den kriminellen Aktivitäten seines Vaters ferngehalten hat, ausgerechnet jetzt darin verwickelt, während  Ronald Dacey, ein Mann, der sein gesamtes Leben in illegale Geschäfte verwickelt war, nun in ein seriöses Startup-Unternehmen investiert. Eine Firma, die sich zum Ziel setzt, eine globale, stabile und zugängliche Währung zu erschaffen und gleichzeitig ein Konstrukt aus semilegalen Machenschaften ist. Wird GenCoin dieses Ziel noch erreichen oder kläglich scheitern? Wie beschafft das nötige Kapital? Und in wiefern steht dabei das Gesetz im Weg? Rechtfertigt das Ziel vielleicht sogar die Mittel?
Nach einem etwas unrunden Start bin ich zumindest ich überzeugt, weiterhin Zeit in diese Serie zu investieren.

Zusätzliche Quellen: IMDb, JustWatch


Titel: StartUp
Dt. Erstausstrahlung: 06.09.2016
Produktionsfirma: Sony Pictures Television
Idee: Ben Ketai
Darsteller (Auswahl): Adam Brody, Edi Gathegi, Otmara Marrero, Martin Freeman
Episodenlänge: 44 min
Streamen: Amazon¹

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